Features

Dienstag 00:05 Uhr WDR5

Dok 5 - Das Feature

Robert Schumann in Düsseldorf Warum der Sachse im Rheinland scheitern musste Von Eva Weissweiler Die Stadt Düsseldorf setzte auf seinen großen Namen und warb um Robert Schumann als Musikdirektor. Der kam gerne, hatte er doch nach der gescheiterten Revolution von 1848 seine musikalische Heimat in Dresden verloren. Doch Düsseldorf wurde ein Desaster. Im September 1850 trifft Robert Schumann in Düsseldorf ein, um das Amt des Städtischen Musikdirektors zu übernehmen. Seine fünf Kinder und seine Frau Clara, eine berühmte Pianistin, kommen mit ihm. In Düsseldorf komponiert Schumann fast ein Drittel seines Gesamtwerks, darunter die berühmte "Rheinische Symphonie". Aber er leidet zunehmend unter psychischen Problemen und begeht im Februar 1854 einen Selbstmordversuch. Eva Weissweiler ist der Frage nachgegangen, warum der Sachse im Rheinland scheitern musste. Aufnahme des WDR 2016

Dienstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Das Meer

Ort der Sehnsucht, Ort der Gesetzlosigkeit (1). Gestaltung: Ute Maurnböck Wer ans Meer denkt, denkt an Weite, Rauschen und Tosen, an Freiheit und womöglich Urlaub. Seit jeher symbolisiert es das Unbekannte - bis heute sind Teile der Ozeantiefen nicht erforscht. Und viele Jahrhunderte lang verhieß das Meer Schrecken: auch wenn es Nahrungsgeber war, wer in die Wellen geriet, war verloren, denn kaum jemand konnte schwimmen. Die Fischer der irischen Aran Inseln trugen Pullover mit familientypischen Mustern, an denen sie erkannt wurden, so ihre unkenntlichen Leichen nach einem Unfall an die Küste gespült wurden. Bis "die See" beziehungsweise die Küstenorte als Rückzugsräume und Motive für Kunstschaffende entdeckt wurde, dauerte es noch bis ins 19. Jahrhundert. Dann wurde sie en vogue. Die Luft war gut, die angereiste Oberschicht konnte an den Promenaden flanieren. Dazu kam die Fantasie vom "Ungezügelten": man schwärmte von Fernreisenden wie der Österreicherin Ida Pfeiffer, ohne die Beschwerlichkeiten an Bord zu hinterfragen genauso wie man den ungebundenen Matrose verherrlichte, auf den in jedem Hafen eine Braut wartet, dem in der Realität aber häufig ein mangelernährter, schuftender Schwerarbeiter gegenüberstand. Das an einem Ort, an dem Gesetzlosigkeit herrschte - und das teilweise bis heute. Piraterie und Sklaverei, etwa auf Shrimpkuttern, sind gegenwärtig. Zudem droht das Idyll Meer in den vergangenen Jahre n in den Schlagworten Müllteppich, Meeresspiegelanstieg und Fischsterben zu versinken.

Dienstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Marcel Reich-Ranicki Der Kritikerpapst Die Gruppe 47 Zentrale der deutschen Nachkriegsliteratur Das Kalenderblatt 2.6.1905 Bericht über lebende Kristalle Von Hellmuth Nordwig Marcel Reich-Ranicki - Der Kritikerpapst Autorin: Marie Schöß / Regie: Schmuggler, schrieb Marcel Reich-Ranicki in seiner Autobiografie, Schmuggler hätten früher gern einen Koffer mit doppeltem Boden verwendet. Für Reich-Ranicki war die Literatur so ein Koffer: Unter der Oberfläche war versteckt, worauf es ankam. Leser auf diesen Zwischenraum aufmerksam zu machen und Schriftsteller zu verdammen, die selbst nichts von doppelten Böden verstanden, darin lag die Stärke dieses Kritikerpapstes. Ein Papst, der selbst auf Autoritäten pfiff. Er hielt nichts von der deutschen Klassikerverehrung, sondern meinte es ernst, wenn er einem Goethe-Gedicht mit der Frage begegnete: Ist das gute Dichtung? Polemik und Respektlosigkeit nahm er nicht einfach in Kauf, wenn er sich zur Literatur äußerte. Beides gehörte - wie Leidenschaft, Zärtlichkeit - zu seinem Kritikverständnis unbedingt hinzu. Und so ist Marcel Reich-Ranicki selbst zum Stoff für Literaten geworden. Eine höchst streitbare Figur gab er auch in der Fiktion ab, Grund für Alpträume und fiktive Mordgelüste. Die Gruppe 47 - Zentrale der deutschen Nachkriegsliteratur Autorin: Carola Zinner / Regie: Petra Herrmann Der Sprachzerstörung der Nazizeit entgegenwirken mit den Mitteln der Einfachheit und sachlichen Wahrhaftigkeit - so definierten Teilnehmer der Gruppe 47 einmal ihr Ziel. Von Ilse Aichinger über Uwe Johnson bis hin zu Ror Wolf: die Mitgliederliste der Gruppe 47 liest sich wie ein "Who is Who" der deutschen Nachkriegsliteratur. Sie setzte sich zusammen aus den Autoren, die Hans Werner Richter zwischen 1947 und 1967 zu alljährlichen Schriftstellertreffen einlud. Das Ende kam kurz vor der Studentenrevolution: Statt Distanz und Heraushalten, wie im Kodex der Gruppe 47 vereinbart, war nun auch bei den Autoren Einmischung und dezidierte politische Stellungnahme angesagt. Moderation: Redaktion: Nicole Ruchlak

Dienstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Positives Körpergefühl

Was es stärkt und was es behindert (1). Gestaltung: Ilse Huber Mehr als einen Monat hat es gedauert: Das Virus mit dem klingenden Namen ?Corona" hat die Menschen dazu verdammt, sich in den eigenen vier Wänden aufzuhalten. Essen, schlafen, telekommunizierend organisieren und trotzdem mit den Nächsten auskommen. Eine Herkulesaufgabe. Noch dazu, wenn der gewohnte Sportausgleich fehlte. Fitnessstudio? Geschlossen. Trainingseinheit? Abgesagt. Massagen? Verboten. Ausgedehnte Wanderungen oder Skitouren? Ein Fall für Strafen. Nach der Zeit der Entbehrung regt sich das Körpergefühl. Die Hosen passen nicht mehr? Der Gürtel muss weiter gestellt werden? Und die Kleidergröße hat zwei Sprünge nach vorn gemacht? Nach ausreichendem Verzehr von Fleisch, Schokolade und Snacks vor der dem Bildschirm, meldet sich das schlechte Gewissen. Aber muss das so sein? Die verordnete Zwangspause hat vielleicht Ruhe in den ansonsten hektischen Alltag gebracht. Haut und Haar haben sich von Glätteisen sowie Makeup erholt. Und die selbst zubereiteten Gerichte haben idealerweise geschmackliche und erfrischende Abwechslung zu den üblichen Fertigmenüs gebracht. Was bestimmt also ein positives Körpergefühl? Wie kann es nicht nur entfacht, sondern auch erhalten werden? Welche Anreize fördern die Zufriedenheit mit dem eigenen Organismus? Und welche Hemmnisse arbeiten dagegen? Ob alt oder jung, ob Frau, Mann oder Person, das Wohlfühlen im eigenen Körper erzählt eine lange Geschichte.

Dienstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Mehr ist Mehr

Maximalismus in der Musik (1). Gestaltung: Thomas Mießgang "Pump up the Volume" hieß ein Popsong aus den 1980er Jahren: Das Volumen aufpumpen, den Sound verstärken, die Klangvision aufblasen: Das waren zu allen Zeiten und in allen Genres immer schon Optionen, die von Musikschöpfern gerne genutzt wurden: Ob es sich nun um die "Symphonie der Tausend" handelt, mit der Gustav Mahler am Beginn des 20. Jahrhunderts eine Art orchestrales Heavy Metal veranstaltete oder um die "Wall of Sound", die Phil Spector mit vielfach übereinander gelegten Tonspuren im Charts-Pop der 1960er Jahre auftürmte. Ob es um den brüllenden Free Jazz geht, den John Coltrane mit seiner Big Band-Klangorgie "Ascension" von der Leine ließ oder um die immersiven Ganzkörpererlebnisse des Psytrance-Musik, mit der gigantische Raves beschallt werden. Das "Mehr ist Mehr" einer maximalistischen Musikvorstellung hat, gerade auch im Vergleich zum "Weniger ist mehr" des Minimalismus immer wieder Konjunkturen erlebt, mit einem Sinnesrausch, dessen Programm auf die totale Überwältigung des Publikums abzielt. Das kann durch nachgerade übermenschliche Komplexität wie bei den kaum noch dechiffrierbaren Kompositionen von Brian Ferneyhough genauso bewerkstelligt werden wie durch die ohrenbetäubende Laustärke der Drones von Phil Niblock der der Rockband SunnO))). Aber auch die akustischen Splitterbomben, die das Produktionsteam The Bomb Squad für die Rapper von Public Enemy produziert hat und das Helikopterquartett von Karlheinz Stockhausen, bei dem die Instrumentalisten hunderte Meter über dem Publikum kreisen, gehört in den maximalistischen Diskurszusammenhang. Es geht beim Klang-Maximalismus um akustische Superkräfte, die, mal elektronisch, dann wiederum durch schiere Massierung konventioneller Instrumente, entfesselt werden, um den Hörer zu verzwergen und im Flow mitzunehmen - man könnte auch von einem akustischen Safe Space sprechen, der einen trägt und beschützt, indem er alle anderen Klangsignale ausblendet und blockiert. Georges Bataille würde von der Aufhebung des Leides der Isolierung in der diskontinuierlichen Individualität durch das Aufgehen im kontinuierlichen Klangstrom der trance-induzierenden maximalistischen Sounds sprechen. Im Gegensatz zum Minimalismus, der an einer Mikrokalibrierung des Bewusstseins arbeitet, schaltet der Maximalismus die kognitiven Rezeptoren des wahrnehmenden Subjektes weitgehend aus und überschwemmt es mit dröhnenden Frequenzen, übermenschlicher Fingerfertigkeit, exzessiver kompositorischer Raffinesse oder bauchfellerschütternden Vibrationen, die das erotische Zentrum des Körpers stimulieren. Das ist faszinierend, wenn auch oft too much und kann auch gefährlich werden. Denn Musik, schreibt der Philosoph Arthur Schopenhauer sei "so sehr viel mächtiger und eindringlicher als die der anderen Künste: denn diese reden nur vom Schatten, sie aber vom Wesen."

Dienstag 10:04 Uhr WDR5

Neugier genügt

Mit Jürgen Wiebicke Feature: Drohlisten Redezeit mit Prof. Jürgen Schmude: Undertourism zur vollen Stunde WDR aktuell Wiederholung: Mi 04.03 Uhr

Dienstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Kriemhild und Brünhild Heldinnen der Nibelungen Sita Indiens mythologische Traumfrau Das Kalenderblatt 2.6.1905 Bericht über lebende Kristalle Von Hellmuth Nordwig Kriemhild und Brünhild - Heldinnen der Nibelungen Autorin: Carola Zinner / Regie: "Diz ist der Nibelunge Nôt": Mit diesen Worten endet eine der berühmtesten Dichtungen des Mittelalters, das Nibelungenlied. Zwei Frauen von höchst unterschiedlicher Wesensart stehen im Mittelpunkt dieses Heldenepos", in dem es um Liebe und Eifersucht geht, um Verrat, Rache und Mord. Da ist zum einen die schöne Kriemhild, zu Beginn der Handlung ein sittsames junges Mädchen, das rundum dem mittelalterlichen Ideal einer jungen Prinzessin entspricht. Allerdings schreckt Kriemhild davor zurück, zu heiraten. Doch dann wirbt Siegfried von Xanten um sie, der nicht nur gut aussehend ist und überaus stark, sondern als Besitzer des Nibelungenschatzes auch noch unermesslich reich... Die zweite große Frauenfigur der Nibelungensage ist die - ebenfalls wunderschöne - Brünhild. Sie lebt anfangs als alleinstehende Königin auf Island und besitzt schier übermenschliche Kräfte, die sie gerne dazu nutzt, ihre zahlreichen Freier im Wettkampf zu besiegen und dann zu töten. Ausgerechnet Kriemhilds Bruder Gunther aber gelingt es schließlich, Brünhild zu besiegen und somit ihre Hand zu erringen. Allerdings ließ sich Gunther sowohl beim Wettkampf als auch beim turbulenten Ringen rund um den Vollzug der Ehe mit Brünhild heimlich von Siegfried helfen, der sich dank einer Tarnkappe unsichtbar machen kann. Dieser Betrug ist der Anfang einer riesigen Verstrickung, in deren Verlauf Siegfried einem hinterlistigen Mord zum Opfer fällt und Kriemhild sich zur männermordenden Rächerin wandelt, die unter den eigenen Verwandten ein gigantisches Blutbad anrichtet. Sita - Indiens mythologische Traumfrau Autorin: Isabella Arcucci / Regie: Christiane Klenz Sita! Millionen Frauen in Indien wollen sein wie sie. So schön und sanft wie die weibliche Heldin des alten hinduistischen Epos Ramayana. Besser gesagt, die indischen Frauen "sollen" sein wie Sita. Unterwürfig, bescheiden, selbstaufopfernd. Der Star im Epos Ramayana ist nicht Sita, sondern ihr Mann, der Gottkönig Rama. Ihm folgt Sita klaglos überall hin - auch in die Verbannung. Als sie unbedachterweise den magischen Kreidekreis, den Lakshman Rekha, übertritt gelingt es dem lüsternen Dämon Ravana, sie zu rauben. König Rama kann Sita befreien - doch damit beginnen erst die Eheprobleme. Falsche Gerüchte kommen Rama zu Ohren: War seine Frau ihm während ihrer Gefangenschaft untreu? Und trägt sie durch ihren Leichtsinn nicht ohnehin selbst die Schuld an ihrer Entführung? "Es gibt für jede Frau ein Lakshman Rekha. Wer diese Grenze übertritt, dem lauert ein Ravana auf", so ein indischer Politiker anlässlich der Vergewaltigungsdebatte in Indien. Auch nach 2.000 Jahren scheint der Einfluss des Ramayana auf das indische Geschlechterbild ungebrochen - und Sita lange nicht die Einzige, die darunter zu leiden hat. Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 16:05 Uhr Ö1

Tonspuren

40 Grad Unterschied. Thomas Bernhard und Portugal. Feature von Julia Schlager "Was haben sie hier noch für unbeschwerte Landstriche", schwärmte Bernhard von Portugal, das zu seinen Lieblingsländern zählte und für ihn ein Fluchtpunkt vor den mitteleuropäischen Realitäten darstellte. Vor allem das milde Klima an der Atlantikküste hatte es dem Schriftsteller angetan. "Ich bin ja ein Meerfanatiker. Ich brauch" das Gefühl, dass das Meer in der Nähe ist, dann leb" ich schon auf". Ab 1974 reiste Thomas Bernhard regelmäßig nach Portugal. Häufig in Begleitung seines "Lebensmenschen", Hede Stavianicek, aber auch mit dem Bruder oder der langjährigen Freundin Gerda Maleta, seinem "Schiacherl". Noble Hotels und Kartenspiele hätten es ihm möglich gemacht, "quälende Gedanken wegzuwischen". Zumindest kurzfristig, denn Eklat und Drama waren nie weit. Ebenso wenig Österreich. Erzählte Thomas Bernhard von Portugal, erzählte er im Vergleich. "Dort in Portugal hat"s zwanzig Grad über Null und da zwanzig Grad unter Null - vierzig Grad Unterschied". Seine Liebe zu dem Land am äußersten Rand Europas währte bis zu seinem Tod. Es wäre aber nicht Thomas Bernhard, wenn er Portugal nicht auch kritisch gesehen hätte. "Das ist halt so, wenn Sie ein gutes Gebiss näher anschauen, dann sehen Sie auch, mit dem ist es nicht weit her". Sprecher: Joseph Lorenz, Nikolaus Kinsky, Sabine Muhar, Ursula Scheidle Redaktion: Alfred Koch

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Kompetenz aus einer Hand Die besonderen Aufgaben des Bayerischen Bauernverbands Von Nora Bauer Regie: die Autorin Produktion: Dlf/BR 2020 Der Bayerische Bauernverband hat als Körperschaft des öffentlichen Rechts von Freistaats wegen den Auftrag, Interessen der gesamten Landwirtschaft wahrzunehmen. Damit genießt er eine Sonderstellung in Deutschland. Was folgt aus diesem Privileg - außer der Erstattung von Unkosten? "Der Bayerischen Staatsregierung ist es im Sinne effizienter Abstimmungsprozesse ein besonderes Anliegen, dass die Interessen der gesamten Landwirtschaft durch einen Einheitsverband gebündelt werden", erklärt das Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten zur Sachlage. Tatsächlich fördert das Ministerium auf diese Weise einen undemokratischen Prozess, denn die Positionen anderer Vertretungen der Landwirte werden kaum gehört. Das hat Folgen für die Gesetzgebung bis nach Brüssel. Denn eine der Aufgaben des BBV umfasst "Mitwirkung bei der Entwicklung und Umsetzung von Gesetzen, Verordnungen, Bekanntmachungen und Richtlinien der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaates Bayern". Ist diese Sonderstellung eines Berufsverbands gegenüber anderen unabänderlich? Wie schlägt sich die Mitwirkung des Einheitsverbands in der Gesetzgebung nieder? Mit Blick auf die für 2020 angekündigte EU-Agrarreform ist die Beantwortung dieser Fragen von brennendem Interesse. Kompetenz aus einer Hand

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Bergleute ohne Kohle? Wie der Strukturwandel die Braunkohlereviere verändert. Zum Beispiel in der Lausitz. Von Mirko Heinemann 2038 soll das letzte Kohlekraftwerk in Deutschland vom Netz gehen. Vom Verlust der an der Kohle hängenden Arbeitsplätze sind einige deutsche Abbauregionen betroffen. Die Lausitz trifft es am härtesten. In der ländlichen Grenzregion zwischen Brandenburg und Sachsen gibt es keine alternative Industrie. Nach der Wende sind hier bereits 180.000 Jobs abgebaut worden, 8.000 Arbeitsplätze werden in den nächsten Jahren verschwinden. Bei vielen Lausitzern herrscht das Gefühl: Ihre Heimat wurde dem Untergang preisgegeben. Der Bund hat den betroffenen Kohleregionen Hilfen in Höhe von 40 Milliarden Euro versprochen. Kann damit ein erfolgreicher Strukturwandel gelingen, wenn eine ganze Industrie zusammenbricht? Die Erfahrungen im Ruhrgebiet zeigen: Trotz zahlreicher Regierungsprogramme blieb die frühere Industrieregion lange Zeit abgehängt.

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Feature

Die Liebeslaubeoder: Auf gute Erde ist zu achten! Eine Kunstbegehung Von Stefan Zednik SWR 2018 Raum im Raum aus Holz und Tischlerplatten. Das ist die Beschreibung des Kunstwerks. "Liebeslaube" ist der Titel, und es gehört zum Haus u r, dem bekanntesten Werk des Künstlers Gregor Schneider: eine begehbare Großinstallation aus verfremdeten Zimmern und Kammern. Die "Liebelaube" hat keine Tür. Man muss durch ein Wandloch von hinten in den Küchenschrank unter der Spüle durchkriechen. Dann richtet man sich auf und sieht: ein Bett und eine Badewanne. Ein Plattenkocher, ein Teeservice, Schallplatten mit einem Italienisch-Sprachkurs. Es könnten die Requisiten einer Geschichte sein. Aber welche? Und wo bleibt die Liebe in dieser Laube? Eine Frage führt zur nächsten. Was ist Raum? Was ist Zeit? Wohnen wir noch? Oder leben wir schon? Sie finden das Feature für 12 Monate in der ARD Audiothek. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 20:00 - 20:05 Uhr Nachrichten, Wetter Feature

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Reihe: Familienaufstellung Bindungslos Eine freihändige Familienaufstellung Von Martin Zawadzki Regie: Nikolai von Koslowski Mit: Devid Striesow, Svenja Wasser, Frauke Poolman, Stefko Hanushevsky Ton und Technik: Gertrudt Glosemeyer, Barbara Göbel, Jonas Bergler Produktion: WDR / Deutschlandfunk Kultur 2020 Länge: 54"16 (Ursendung) Eigentlich glaubt der Autor nicht mehr an die Gründung einer eigenen Familie. Bis seine Freundin einen kleinen Jungen aus Mexiko adoptiert. Zunächst will sie ihn alleine groß ziehen, doch der Autor rutscht immer tiefer in die neue Rolle als Vater. Mit der Idee einer eigenen Familie hatte der Autor längst abgeschlossen, war darauf eingestellt, sich bindungslos in der Welt zu verlieren. Dann wurde er mit Mitte 50 Vater von Luis, einem fünf Monate alten Jungen. Seine Partnerin hatte das Kind illegal eingewanderter Mexikaner in Los Angeles adoptiert, damals noch mit der Aussicht, Luis alleine großzuziehen. Mittlerweile ist eine Familie entstanden, die sich frei von biologischen Bindungen verorten kann, will und muss. Auch geografisch zwischen Deutschland, den USA und Mexiko. Martin Zawadzki, geboren 1957 in Oberhausen, ist Autor, Filmemacher und bildender Künstler. 1995 Diplom der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Für den Dokumentarfilm "ISOLATOR II" hat er den Adolf Grimme Preis 1998 bekommen. Lebt in Berlin. Features u.a. "Kindesmisshandlung. Wenn Gewalt das Leben bestimmt" (WDR 2011) und "Ohne Grenzen - Die Erforschung außergewöhnlicher Bewusstseinszustände" (WDR 2015). Bindungslos

Dienstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Das Meer. Ort der Sehnsucht, Ort der Gesetzlosigkeit (1). Gestaltung: Ute Maurnböck Positives Körpergefühl. Was es stärkt und was es behindert (1). Gestaltung: Ilse Huber Mehr ist mehr. Maximalismus in der Musik (1). Gestaltung: Thomas Mießgang

Montag Mittwoch